Ab dem 1. Mai 2026 beginnt in der Türkei eine neue Phase der Regulierung des Immobilienmarktes. Der Staat führt offiziell ein verpflichtendes sicheres Zahlungssystem für den Kauf und Verkauf von Wohnungen, Häusern und Grundstücken ein. Ziel der Reform ist es, Bargeldzahlungen „von Hand zu Hand“ vollständig auszuschließen und die Transparenz aller finanziellen Transaktionen zu gewährleisten. Diese Neuerung gilt bereits als eine der bedeutendsten Veränderungen der letzten Jahre, da sie sowohl türkische Staatsbürger als auch ausländische Käufer direkt betrifft.
Laut Berichten türkischer Medien führt das Handelsministerium einen einheitlichen digitalen Zahlungsmechanismus für Immobilientransaktionen ein. Der Käufer überweist den Kaufpreis ausschließlich über das offizielle Zahlungssystem, wobei der Betrag bis zum Abschluss der Transaktion vorübergehend blockiert wird und nach der Eintragung des Eigentumsrechts automatisch an den Verkäufer ausgezahlt wird. Die direkte Übergabe von Bargeld zwischen den Parteien gilt künftig nicht mehr als sicher und wird faktisch aus der legalen Praxis ausgeschlossen.
Das neue Zahlungsmodell wird schrittweise eingeführt. In der ersten Phase startet das System im Testbetrieb und wird anschließend für alle Immobilientransaktionen in der gesamten Türkei verpflichtend. Selbst wenn sich die Parteien untereinander einigen, werden Notare und Grundbuchämter keine Transaktionen mehr akzeptieren, bei denen Barzahlungen ohne Registrierung im System erfolgt sind.
Die Einführung sicherer Zahlungen ist eine Reaktion auf mehrere seit Jahren bestehende Probleme auf dem Immobilienmarkt. Dazu gehören die häufige Unterbewertung von Immobilien in offiziellen Dokumenten, Schwierigkeiten beim Nachweis der Zahlung im Streitfall, Betrugsrisiken bei Transaktionen zwischen unbekannten Parteien sowie Steuerausfälle für den Staat. Die Behörden betonen, dass das sichere Zahlungssystem sowohl Käufer als auch Verkäufer schützt und den Markt transparenter und berechenbarer macht.
Für Käufer, insbesondere für ausländische Investoren, sind die Änderungen insgesamt positiv. Die Risiken werden minimiert, da das Geld erst nach der offiziellen Eigentumsübertragung fließt, finanzielle Transparenz gewährleistet ist und der tatsächliche Kaufpreis eindeutig dokumentiert wird. Gleichzeitig müssen alle Zahlungen über Banken oder autorisierte Zahlungsdienstleister erfolgen, was eine sorgfältige Vorbereitung der Unterlagen und einen Nachweis der Mittelherkunft erfordert.
Auch Verkäufer müssen sich an die neuen Regeln anpassen. Die Auszahlung des Kaufpreises erfolgt erst nach der Registrierung des Eigentumsübergangs, das Verschweigen des tatsächlichen Verkaufspreises wird unmöglich, und alle Transaktionen werden erfasst und überprüfbar sein. Die Eigentumsübertragung (Tapu devri) wird zum zentralen Schritt, nach dem das System den finanziellen Teil der Transaktion automatisch abschließt.
Die Einführung des sicheren Zahlungssystems markiert das Ende informeller Zahlungspraktiken auf dem türkischen Immobilienmarkt. Der Staat setzt auf Transparenz, Kontrolle und den Schutz aller Beteiligten. Der Kauf und Verkauf von Immobilien unter den neuen Bedingungen erfordert professionelle Begleitung, ein klares Verständnis der finanziellen Abläufe und eine strikte Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften. Für alle, die Immobilientransaktionen planen, wird das Jahr 2026 zu einem Wendepunkt hin zu einem strengeren, aber zugleich deutlich sichereren Markt.